Diskussion: Poetik im Alltäglichen - ein Gespräch mit Kazunari Sakamoto

Die Wohnhäuser des japanischen Architekten Kazunari Sakamoto werden zurzeit mit der Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München erstmals in Europa gezeigt. Abseits modischer Strömungen entstehen seine Gebäude, die, anders als wir es von vielen japanischen Architekten gewohnt sind, auf den ersten Blick wenig Spektakuläres bieten. Klare Proportionen, einfache Materialien - schnörkellos, alltäglich. Doch gerade darin liegt ihr Reiz. Indem Sakamoto alles Auffallende verbannt, öffnet er den Blick für den Raum, setzt gezielte Ausblicke in die Umgebung, die so in Dialog mit den Bewohnern treten kann. Die gewählten Materialien Beton, Putz oder Holz prägen mit ihren Oberflächen die scheinbar zeitlosen Räume. Mehr und mehr löst Sakamoto bei seinen Häusern die klassische Aufteilung der Grundrisse auf, ohne den jeweiligen Bereichen damit ihre räumliche Begrenzung zu nehmen. Die Räume sind besonders, ohne etwas offensichtlich Besonderes zu haben. So überrascht auch nicht die große Resonanz, die die Ausstellung bisher erlebt.