Mikro-Apartment-Haus in Seoul

In Südkorea wohnen viele junge Erwachsene bis zur Hochzeit bei ihren Eltern. In den Städten ziehen die neu gegründeten Familien dann meist in Mehr-Zimmer-Apartments. Doch die Gesellschaft wandelt sich und vor allem in Seoul wird auch die Nachfrage nach Mikro-Wohnungen größer. Den Architekten Jinhee Park und John Hong gelang es, ihren Bauherrn von einem besonders flexiblen Konzept für eine kunstaffine Zielgruppe zu überzeugen. Sie schoben Kuben von nur elf Quadratmetern auf fünf Geschossen in ein Stahlskelett mit stark variierenden Querschnitten. Die Wohneinheiten liegen scheinbar willkürlich versetzt im stählernen Regal. Durch die Verschiebungen ergeben sich vielfältige Zwischenräume, die zusammen mit breiten Fluren Raum für gesellige Treffen bieten. Eine Hülle aus gedrehten Edelstahlbändern kleidet den Baukörper homogen ein und schafft die nötige Privatsphäre. In den Apartments erweitern Oberlichtbänder die räumliche Enge und die Industriedesignerin Jinhee Park entwarf maßgeschneiderte klapp- und schiebbare Einbaumöbel. Im zweiten Stock lockt eine Kunstgalerie Passanten an, die das Gebäude über die »Plaza« betreten. Von dort führt auch eine breite Treppe hinab in Café und Auditorium. Der begeisterte Bauherr reservierte kurzfristig ein ganzes Geschoss für seine Tochter: So musste das Gebäude seine Flexibilität bereits vor Eröffnung unter Beweis stellen.