Auch wenn man es angesichts der vor Reichtum strotzenden Schaufenster in der lombardischen Hauptstadt kaum glauben kann: Mailand hat kein Geld, um die vielen brachliegenden Areale zu entwickeln oder Ausstellungsräume für zeitgenössische Kunst neu zu errichten. Umso bedeutender für das kulturelle Leben ist die Eröffnung des komplett privat finanzierten, 19 000 Quadratmeter großen Kunstareals der Prada Foundation in einer ehemaligen Gin-Brennerei aus dem Jahr 1910 südlich des Stadtzentrums. Seit dem Grundstückskauf im Jahr 2000 hatte das Modelabel das heruntergekommene Gelände für die Lagerung von Kleidern und Requisiten vergangener Catwalks und für temporäre Ausstellungen der immer größer werdenden Kunstsammlung seiner Stiftung genutzt. In der siebenjährigen Planungs- und Bauzeit haben die Architekten das einst verbaute, architektonisch nichtssagende Areal in eine Choreografie aus charaktervollen Volumen und Freiräumen verwandelt - mit Nutzungen, die weit über den Ausbau der stiftungseigenen Ausstellung hinausgehen: für öffentliche Filmfestivals, Konferenzen und Wechselausstellungen mit global agierenden Partnern.