Dass der Verwaltungsbau für den Deutschen Bundestag zum großen Teil aus gestapelten Holzmodulen besteht, sieht man ihm von außen nicht an. Hinter der spielerisch gestalteten Fassade aus Aluminium- und Glasfeldern könnte sich genauso gut ein gewöhnlicher Massivbau aus Stahlbeton verbergen. Auch für den Standort in Berlin-Mitte scheint ein vorgefertigter Leichtbau höchst ungewöhnlich, denn Beton und Stein sind dort die vorherrschenden Materialien. Vor dem Hintergrund, dass der Bundestag sehr schnell weitere Büroräume für Abgeordnete und deren Mitarbeiter benötigte, ist die Entscheidung für eine Holzmodulbauweise jedoch schlüssig. Diese fiel in einem Vergabeverfahren, bei dem die Bietergemeinschaft aus dem Projektentwickler Primus developments und dem Holzmodulhersteller Kaufmann Bausysteme mit einem Entwurf von Sauerbruch Hutton den Zuschlag erhielt. In dieser Konstellation hatten die drei Partner bereits das Studentenwohnheim Woodie in Hamburg als modularen Holzbau realisiert (Detail 4.2018). Durch die vorgefertigte Bauweise konnte die Planungs- und Bauzeit extrem verkürzt werden. Nur fünf Monate nach dem Vergabeverfahren begannen die Arbeiten auf der Baustelle, weitere 15 Monate später war das Gebäude bezugsfertig. Die Baukosten betrug 70 Millionen Euro.