Obgleich die Nachbildung von Steingesimsen aus Metall eigentlich eine architektonische Lüge genannt zu werden verdient, so ist sie doch eher zu rechtfertigen als eine solche Nachbildung aus Holz oder Mörtel, weil hier wenigstens Dauer und Feuersicherheit erreicht wird, und so fehlt es dann auch nicht an Beispielen von Zinkgesimsen, welche die Form der antiken Steingesimse zeigen.rnDas Fig. 3, Taf. 91, dargestellte Gesims ist in Berlin zur Ausführung gekommen und in dem Notizblatte des Architekten-Vereins mitgetheilt. In Fig. 3 zeigt a die Sparrenschwelle, welche auf einer, hinter der Mauer stehenden Kniewand als Pfette liegt, b sind die Dachsparren, c ist das Traufbrett. Die Metallstärke des gegossenen Zinks beträgt nicht ganz 0,7 cm und die einzelnen Gesimsstücke sind 1,5 m lang gegossen. Dieselben liegen auf der Mauer, an welcher das Untergesims durch Vormauerung und einen Putzüberzug gebildet ist; außerdem werden sie durch eiserne Gesimsanker e gehalten, die einerseits an den Sparren festgenagelt, anderseits an der Bodenplatte der Hängeplatte des Gesimses auf diese Weise befestigt sind, daß Kappen von Zinkblech über die Enden der Anker gelöthet wurden, so daß hier das Gesims zwar getragen, aber doch die durch Ausdehnung oder Zusammenziehung bedingte Bewegung nicht gehindert wird. Mit der vorstehenden Rippe f stützt sich das Gesims gegen die Sparren, und zugleich verhindert diese Rippe und der aufrechtstehende Rand d', daß das durch die Rinne etwa hindurchdringende Wasser die Mauer berührt und diese verdirbt. Es sind vielmehr an geeigneten Stellen kleine Löcher durch den Boden der Hängplatte gebohrt, durch welche eingedrungenes Wasser abtropfen kann, und wodurch zugleich im Innern des Gesimses ein sehr vortheilhafter Luftzug bewirkt wird. Diese Befestigungsart gewährt eine solche Stabilität, „daß man auf der Kante des Rinnleisten gehen kann." Die Wasserrinne, ebenfalls aus Zinkblech bestehend, wurde so in das Gesims hineingelegt, wie dieß in der Zeichnung angegeben ist. Das Rinnenblech ist vorn um ein, an den Rinnleisten angelöthetes Vorstoßblech gefalzt und hinten auf das Traufbrett festgenagelt, während in Entfernungen von etwa 1,2 bis 1,5 m schwache, eiserne Rinnenträger, die ebenfalls auf dem Traufbrette ihre Befestigung finden, angebracht sind, die der Rinne die nöthige Unterstützung gewähren. Die innere Höhlung eines solchen Gesimses kann sehr bequem benützt werden, um der Rinne außer einem hinreichend großen Umfange auch das nothwendige Gefälle zu geben.rnDa die einzelnen Gesimstheile in langen Stücken gegossen, und die unter der Hängeplatte ungeordneten Modillons, welche ebenfalls aus Gußzink bestehen, in der Werkstatt befestigt werden konnten, so ließ sich die Befestigung des ganzen Gesimses sehr rasch bewerkstelligen.rnGanz ähnlich wie das eben besprochene, nur noch einfacher in seinem Profil, ist das auf Taf. 91, Fig. 4, gezeichnete Gesims, welches bei dem Bau des preußischen Ober-Postamts-Gebäudes in Hamburg zur Ausführung gekommen ist. Das Untergesims ist auch hier vorgemauert und in Cement gezogen. Schmiedeeiserne, knieförmige Anker a sind unterhalb der Pfette b der Kniewand durch Nägel befestigt, und ruhen außerdem hochkantig auf dem Mauerwerke. An diese Anker, welche sich in Entfernungen von 0,9 m wiederholen, ist das, seinem Querprofile nach in einem Stück, 0,6 cm Metall starke gegossene Gesims durch zwei angelöthete Zinkblechkappen c, c befestigt, liegt außerdem auf der Mauer auf und stemmt sich mit dem aufgebogenen Rande d gegen eine höher aufgemauerte Schicht Backsteine. Dieser aufgebogene Rand sichert zugleich das Mauerwerk gegen das Eindringen von Wasser, welches etwa seinen Weg durch einen Leck der Rinne gefunden hat. Die einzelnen Gesimsstücke sind 2,58 m lang gegossen und auf der innern Seite in den Stoßfugen sind dieselben durch aufgelöthete, bogenförmige Blechstreifen verbunden. Diese Verbindung läßt eine Ausdehnung und Zusammenziehung des Zinks bei Temperaturveränderungen zu, was bei Ausführung dieses Gesimses als durchaus nothwendig sich recht augenfällig zeigte. Die Befestigung desselben konnte nämlich erst spät im Oktober vorgenommen werden, wo die Temperatur früh Morgens und am Mittag ziemlich bedeutende Unterschiede zeigte. Hier konnte man die Ausdehnung des Zinks nun sehr deutlich wahrnehmen, denn wenn die Stoßfugen früh Morgens etwa 2-3 mm groß waren, so verschwanden sie Mittags, wenn sie von der Sonne beschienen wurden, fast gänzlich, d. h. schlossen so dicht, daß man auch nicht mit der Schneide eines Federmessers in dieselben eindringen konnte.rnDie Wasserrinne, ebenfalls aus Zinkblech gebildet, ruht auf schmiedeeisernen Rinnhaken e, welche an die Sparren des flachen Daches genagelt sind, und findet ihre Befestigung vorn an einem Traufbleche f, welches, an die Rinneisen genietet, oben auf der Rinne liegt, durch eine Umbiegung, und hinten dadurch, daß das Blech derselben sowohl auf dem Traufbrette als auf der ersten Latte des, auf „Dorn'sche" Art eingedeckten Daches festgenagelt wurde. Bei g in der Unterfläche der Hängematte sind einige Löcher durchgebohrt, um das in das Innere des Gesimses gedrungene Wasser abtropfen zu lassen, zu welchem Zwecke die Platte von g nach d hin ganz wenig steigt.rnFig. 1, Taf. 91, zeigt ein Gesims aus Gußzink, der reichsten antiken Gesimsbildung angehörig, über welchem sich noch eine sogenannte Attika, d. h. ein vertikaler Mauertheil befindet. Dasselbe wurde bei den Restaurationsbauten an dem Universitäts-Gebäude zu Berlin 1838 an die Stelle des früheren steinernen Gesimses gesetzt; es hat eine Höhe von gegen 0,94 m und eine ebenso große Ausladung. Dasselbe ist nach den Mittheilungen des Notizblattes des Berliner Architekten-Vereins, Jahrgang 1839, auf folgende Weise angeordnet.rnEs hängt an schmiedeeisernen Ankern, welche aus 3,6 cm und 4,8 cm breitem Flacheisen bestehen und auf die, in Fig. 1 angegebene Weise in dem Mauerwerk befestigt sind; sie sind in Entfernungen von 0,94 m von einander angebracht. Zu ihrer Verbindung unter einander am vorderen Ende dient eine eiserne Schiene c, und außerdem die Längenschienen k und l. Jeder Anker ist mit zwei vertikalen Bändern d und c versehen, an deren untern Lappen, sowie an der Schiene c das eigentliche Zinkgesims befestigt wird. Letzteres besteht der Höhe nach aus drei einzelnen Theilen f g, g h und h i, welche in 2,82 m langen Stücken gegossen werden konnten. Die Befestigung und Zusammensetzung dieser einzelnen Stücke geschieht, ersteres durch kleine Schraubenbolzen und letzteres durch einfaches Uebereinandergreifen, wie dieß in Fig. 1 angedeutet ist. Die Abdeckung des Gesimses ist aus zusammengesetzten Zinkblechen gebildet, welche auf den Langschienen k und l ruhen, und an der Mauer zur Dichtung der Fuge durch einen in Cement befestigten Zinkstreifen m bedeckt werden. Diese Abdeckung ist an den Eisenankern durch Heftbleche befestigt, welche an ersterer angelöthet und um die Anker herum gebogen sind; vorn an der Schiene c ist nach Fig. 2 (welche in natürlicher Größe gezeichnet ist) das Deckblech mit dieser und dem obersten Theile der Rinne zusammengeschraubt, doch so, daß eine Bewegung des Zinkblechs nicht gehindert wird. Auch hier sind an dem untersten Gesimstheile Oeffnungen angebracht, durch welche das etwa eingedrungene Wasser abtropfen kann.rnWir haben zwar schon früher das Nöthigste über die aus Zinkblech gefertigten Wasserrinnen angeführt, doch mag hier noch eine Bemerkung Platz finden, die in manchen Fällen nicht ohne Werth sein dürfte. Die Nothwendigkeit, solche Anordnungen zu treffen, daß das Blech einer Rinne sich in Beziehung auf den Querschnitt derselben nach Erforderniß bewegen kann, haben wir nämlich schon erwähnt, nicht aber, daß dieß auch bezüglich der Länge der Rinne geschehen muß. In allen den Fällen nämlich, und diese dürften bei weitem die Mehrzahl bilden, in welchen man nach der Länge der Rinne über ein nur geringes Gefälle zu gebieten hat, oder wo dasselbe allein durch eine in die horizontalliegende Rinne eingelöthete, sogenannte Zunge hervorgebracht werden kann, ist man genöthigt, die einzelnen Rinnenbleche der Länge der Rinne nach zusammenzulöthen. Es ist daher, wenn die Rinne an ihren Enden nicht frei liegt, eine Ausdehnung nach der Länge immer sehr gefährlich. Bei Giebeldächern wird eine solche Anordnung, daß eine Ausdehnung der Rinne der Länge nach erfolgen kann, immer leicht zu treffen sein, nicht aber bei Walmdächern, wo die Rinne an den Ecken durch Löthung verbunden, ein zusammenhängendes Ganze bildet. In einem solchen Falle haben wir die, in Fig. 5-7, Taf. 91, gezeichnete Anordnung mit gutem Erfolge zur Ausführung gebracht. Auf der Mitte jeder Seite der Trauflinien des 20,7 m langen und 15,3 m tiefen Gebäudes, wo zugleich die höchsten Punkte der Rinne lagen, indem die Abfallröhren an den Ecken des Gebäudes angebracht waren, sind die Rinnen gestoßen, d. h. jedes Ende mit einem sogenannten Boden versehen. Der eine Boden a, Fig. 6 und 7, ist um etwa 6 cm von dem Ende der Rinne herein angelöthet, während der andere die Rinne an ihrem äußersten Ende schließt. Beide Rinnenenden sind darauf circa einen Zoll tief in einander geschoben, und oben ist über die, einen Zoll weite Stoßfuge ein Blechstreifen b, Fig. 6, gebogen, welcher nur an dem einen der Rinnenböden festgelöthet ist; dieser Blechstreifen deckt die Fuge von oben gegen das, vom Dache herablaufende Wasser, ohne eine Bewegung in der Stoßfuge zu hindern. Gerade unter dem Stoße der Rinne wurde einer der Rinnhaken c angebracht, auf welchen die Rinne frei aufliegt, indem diese Haken, wie Fig. 5 zeigt, an beiden Enden zu dünnen Federn ausgeschmiedet sind, in deren Umbügen die Rinne liegt, so daß das Rinnenblech nirgends festgenagelt ist, sondern hinreichenden Raum hat, sich nach allen Seiten hin auszudehnen, ohne jedoch der Gefahr ausgesetzt zu sein, vom Winde etwa aus den Rinnhaken gehoben zu werden. Letztere sind bei d, Fig. 5, mit einigen Nägeln gut auf den Dachsparren befestigt, indem die hier zum Festhalten der Rinne befindliche Feder f an das Eisen des Rinnhakens festgenietet ist. Am vorderen Ende bei g, ist die Feder des Rinnhakens durch eine Oeffnung dicht unter dem oberen Umbug der Rinne gesteckt und nach Innen umgebogen.